PERMA statt Permafrost: Wie Positive Psychologie dein Money-Mindset verbessert

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Wir kennen den Permafrost, aber wer wusste schon, dass man auch permanent „PERMA“ praktizieren kann? Keine Sorge, hier geht es nicht um gefrorenen Boden, sondern um ein Modell aus der Positiven Psychologie. PERMA – das steht für Positive Emotion, Engagement, Relationships, Meaning und Accomplishment. Diese fünf Elemente hat der Psychologe Martin Seligman als Schlüssel zum menschlichen Wohlbefinden identifiziert. Klingt erst einmal abstrakt? Wir zeigen dir, was dahinter steckt – und wie PERMA ganz alltagsnah bei unseren Finanzen und unserem Money Mindset helfen kann.

Martin Elias Peter Seligman ist ein amerikanischer Psychologe, Pädagoge und Autor von Selbsthilfebüchern. Seligman ist in der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein starker Verfechter seiner Theorien des Wohlbefindens und der positiven Psychologie (Quelle Info und Bild: Wikipedia)

Doch was macht Menschen zufrieden, stark und resilient? Und was hat das mit unserem Umgang mit Geld zu tun? Einiges, wie sich zeigt. Beim „Positive Financial Planning“ schaut man nicht nur auf Sparraten und Schulden, sondern darauf, wie Geld mit Lebenssinn, Beziehungen, Freude und persönlichen Erfolgen verknüpft ist. Anders gesagt: Geld ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für ein erfülltes Leben. Wenn wir unsere Finanzen im Lichte von PERMA betrachten, geht es plötzlich nicht mehr nur um Euros, sondern um Emotionen und Werte.

Schauen wir uns die fünf PERMA-Elemente einmal genauer an – mit einem Augenzwinkern, aber fundiert und praxisnah.

Positive Emotionen: Gute Gefühle rund ums Geld

Geld und gute Laune – geht das zusammen? Ja, denn Positive Emotionen bedeuten, sich öfter mal gut zu fühlen im Umgang mit Geld. Das kann Freude, Dankbarkeit oder Erleichterung sein. Etwa das beruhigende Glücksgefühl, wenn man sieht, dass am Monatsende noch etwas übrig ist, oder die kleine Freude über den Coffee-to-go, den man sich nach einer anstrengenden Woche gönnt. Studien zeigen sogar, dass wir glücklicher sind, wenn wir unser Geld für Erlebnisse statt für Dinge ausgeben (Glücksformel: Erleben statt Besitzen | Universität Mannheim). Ein Konzertbesuch oder ein Wochenendtrip bringt mehr anhaltende Zufriedenheit als der x-te neue Gegenstand, der bald in der Ecke verstaubt.

Positive Emotionen kann man im Finanzalltag ganz bewusst pflegen. Zum Beispiel mit Dankbarkeit: Vielleicht mach dir einmal bewusst, was dein Einkommen dir bereits ermöglicht – die Wohnung, das tägliche Abendessen, ab und zu ein Kinobesuch. Dieses Gefühl von Dankbarkeit für das, was da ist, schafft eine positivere Grundeinstellung zu Geld. Psychologen wissen: Wer regelmäßig positive Emotionen wie Freude oder Dankbarkeit erlebt, wird widerstandsfähiger gegenüber Stress (The PERMA Model: Your Scientific Theory of Happiness). Ein optimistisches, zuversichtliches Mindset hilft, Rückschläge – ob unerwartete Reparaturen oder Kursschwankungen im Depot – gelassener zu nehmen. Kurz: Gönn dir ruhigen Gewissens kleine Freuden und halte dir vor Augen, was dein Geld Gutes bewirkt. Dein Money Mindset wird es dir danken.

Engagement: Im Finanz-Flow sein

Hast du schon einmal die Zeit vergessen, weil du völlig in einer Tätigkeit aufgingst? Dieses versunkene Im-Fluss-Sein nennt die Psychologie Engagement oder Flow. Und ja – auch bei Finanzen kann man Engagement erleben! Stell dir sich vor, du setzt dir ein Ziel, etwa einen bestimmten Betrag pro Monat zu sparen, und es wird fast zu einem Spiel, dieses Ziel zu erreichen. Oder vertief dich richtig in die Recherche nach der besten Geldanlage, weil es dir Spaß macht, Neues zu lernen. Wenn wir eine Tätigkeit als sinnvoll und herausfordernd empfinden, sind wir motivierter und oftmals wie von selbst bei der Sache.

Engagement heißt: aktiv dabei sein statt gelangweilt oder gestresst wegschauen. Wer mit seinen Stärken arbeitet, kommt leichter in diesen Flow-Zustand. Eine Studie fand heraus, dass Menschen, die eine Woche lang jeden Tag ihre persönlichen Stärken auf neue Weise einsetzten, auch sechs Monate später noch glücklicher und weniger deprimiert waren (The PERMA Model: Your Scientific Theory of Happiness). Übertragen auf unsere Finanzen: Nutze deine Stärken und Interessen, um dein Geldleben aktiver zu gestalten. Wenn du zum Beispiel gern planst und organisierst, könnte das Erstellen eines Budgetplans sogar Freude machen. Oder wenn du ein Talent fürs Handwerkliche hast, investiere Zeit (und etwas Geld) in DIY-Projekte, statt alles teuer neu zu kaufen – das hält Geldbeutel und Geist fit. Das Wichtigste ist, dran zu bleiben und einen persönlichen Bezug zu den eigenen Finanzen zu entwickeln. So wird aus lästiger Pflichterfüllung ein Engagement, das dich mit Zufriedenheit erfüllen kann.

Beziehungen: Geld gemeinsam genießen

„Bei Geld hört die Freundschaft auf“ – diesen Spruch kennen wir alle. Aber was, wenn das nicht stimmen muss? Relationships, also Beziehungen, sind der dritte PERMA-Faktor. Gemeint sind positive, unterstützende Beziehungen zu den Menschen, die uns wichtig sind. Im Finanzkontext bedeutet das: Geld sollte kein Beziehungskiller sein, sondern kann im besten Fall Beziehungen stärken. Offen über Geld reden, Ziele als Paar oder Familie gemeinsam planen, einander vertrauen – all das schafft Zusammenhalt. Neue Forschung zeigt zum Beispiel, dass Paare, die ihre Finanzen vereinen, oft harmonischer und zufriedener sind (Can combining finances lead to long-lasting love? | Cornell Chronicle). Das gemeinsame Konto ist hier nicht nur praktisch, sondern ein Symbol dafür, dass „Wir“ wichtiger ist als „Mein und Dein“.

Auch jenseits von Partnerschaften spielen Beziehungen und Geld zusammen. Großzügigkeit ist dabei ein Zauberwort. Wer anderen etwas Gutes tut, profitiert selbst am meisten – das ist wissenschaftlich gut belegt. In Experimenten waren Menschen glücklicher, wenn sie Geld für jemand anderen ausgaben statt für sich selbst. Ob du einem Freund das Essen spendierst oder für einen wohltätigen Zweck spenden: Solche Gesten stärken soziale Bindungen und lassen uns selbst zufrieden lächeln. Wichtig ist die Haltung dahinter: Sieh dein Geld nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel, um gemeinsam schöne Momente zu schaffen und Unterstützung zu geben. Ein positives Money Mindset erkennt, dass teilen reicher machen kann – an Freundschaft und an Freude.

Sinn: Geld mit Bedeutung füllen

Geld allein macht nicht glücklich – sondern das, was wir damit anfangen. Der vierte Baustein PERMA, Meaning (Sinn), fragt danach, wofür wir das alles tun. Welchen persönlichen Wert oder höheren Zweck verbindest du mit deinen Finanzen? Wenn wir eine tiefere Bedeutung sehen, fällt es leichter, konsequent und zufrieden mit Geld umzugehen. Ein Beispiel: Du sparst nicht einfach nur um des Sparens willen, sondern um deiner Tochter später das Studium zu ermöglichen oder um dir den Traum von der Selbständigkeit zu erfüllen. Plötzlich hat jeder eingezahlte Euro eine Bedeutung, die über das Konto hinausgeht.

Auch altruistische Ziele geben Sinn: Wer einen Teil seines Einkommens für eine Herzensangelegenheit spendet – sei es an eine gemeinnützige Organisation oder die Unterstützung eines Familienmitglieds – erlebt sein Geld als Werkzeug für etwas Größeres. Forschung aus der Finanzpsychologie betont, wie zentral solch ein Wertebezug ist: Finanzplanung sollte sich an dem orientieren, was uns wirklich wichtig ist im Leben (Goal Setting using Positive Psychology – Wise Planning). Anders formuliert: Definier deine Werte, dann richte deine Geldentscheidungen danach aus. Das kann bedeuten, dass jemand mit starkem Umweltbewusstsein lieber in nachhaltige Fonds investiert, auch wenn die Rendite vielleicht mal geringer ausfällt – einfach weil es sich richtiger anfühlt. Oder dass man sich beruflich umorientiert und einer Tätigkeit nachgeht, die sinnerfüllend ist, auch wenn dort weniger bezahlt wird. Sinn gibt uns die Kraft, auch Durststrecken durchzuhalten, und er schützt davor, in finanziellen Durcheinander die Orientierung zu verlieren. Wenn dein Money Mindset Sinn hat, dann hat auch jeder Euro einen Zweck.

Errungenschaften: Erfolge feiern, auch die kleinen

Zu guter Letzt braucht das Glück auch das Gefühl: Ich habe etwas geschafft! Accomplishment heißt übersetzt so viel wie Leistung oder Errungenschaft. In unserem Zusammenhang geht es um persönliche finanzielle Erfolge – und darum, sie anzuerkennen. Ein gesundes Money Mindset darf stolz darauf sein, gesetzte Ziele zu erreichen, seien sie noch so bescheiden. Vielleicht war es der erste Monat, in dem du konsequent Buch geführt hast und im Budget geblieben bist. Oder du hast endlich die hartnäckige Kreditlinie abbezahlt. Solche Meilensteine lösen ein berechtigtes Gefühl von Stolz und Kompetenz aus. Genau dieses Gefühl, etwas aus eigener Kraft geschafft zu haben, trägt zum Wohlbefinden bei (The PERMA Model: Your Scientific Theory of Happiness). Psychologen betonen, dass erreichte Ziele und gemeisterte Herausforderungen uns zufriedener machen, weil wir dann unser Leben mit dem guten Gefühl betrachten können, etwas bewirkt zu haben.

Wichtig ist, sich realistische Ziele zu setzen – und die eigenen Erfolge auch zu würdigen. Vielleicht gönnst du dir nach einem Etappenziel eine kleine Belohnung (die im Budget eingeplant ist, versteht sich). Das Feiern von Erfolgen – im Kleinen wie im Großen – verstärkt ein positives Money Mindset. Es motiviert uns, dranzubleiben, weiter zu lernen und uns neue Ziele zu stecken. Wer seine Fortschritte sieht, entwickelt zudem Selbstwirksamkeit: das Vertrauen, finanzielle Herausforderungen aus eigener Kraft meistern zu können. Und genau dieses Vertrauen ist Gold wert, wenn es um langfristige finanzielle Gesundheit geht.

PERMA und Finanzverhalten auf einen Blick

Happy Flamingos umringen fröhlich den Schriftzug PERMA

Zum Abschluss fassen wir die Verbindung von PERMA und deinem Geldverhalten in einer kurzen Übersicht zusammen:

PERMA-ElementBeispiel im FinanzalltagWirkung auf Money Mindset
Positive Emotion (Positive Gefühle)Sich etwas gönnen (Erlebnis, z.B. Konzert) oder dankbar auf bereits Erreichtes blickensteigert Freude und Zufriedenheit ([Glücksformel: Erleben statt Besitzen
Engagement (Engagement/Flow)Finanzen aktiv managen, Ziele spielerisch verfolgen (z.B. Spar-Challenges)erhöht Beteiligung und Lernbereitschaft, Finanzen werden interessanter statt lästig
Relationships (Beziehungen)Offene Geld-Gespräche mit Partner*in; Geben und Teilen (Freunde einladen, spenden)stärkt Vertrauen und Zusammenhalt ([Can combining finances lead to long-lasting love?
Meaning (Sinn)Sparen/Investieren für Herzensziele (z.B. Traumreise, Bildung der Kinder); ethisches Investmentvermittelt Zweck und Erfüllung, Ausgaben fühlen sich wertvoll an
Accomplishment (Errungenschaft)Erreichen eines Finanzziels feiern (Schuldenfrei, Sparziel erreicht)gibt Stolz und Selbstvertrauen; fördert langfristig gesunde Gewohnheiten

Wie man sieht, steckt hinter trockenen Begriffen viel Lebenspraktisches. PERMA erinnert uns daran, dass es beim Thema Geld nicht nur ums Rechnen geht, sondern um Erleben, Einbinden, Empathie, Ethik und Erfolg – um fünf E’s, die uns helfen, finanziell und persönlich aufzublühen.

Fazit: Aufblühen statt nur funktionieren

Schreibguru Wolf Schneider würde wohl sagen: Kommen wir zum Punkt. Und der lautet: Ein positives Money-Mindset entsteht, wenn wir unseren finanziellen Angelegenheiten mehr menschliche Aspekte abgewinnen. PERMA bietet dafür einen klaren Kompass. Positive Emotionen machen Mut statt Angst vor Geldthemen. Engagement lässt uns aktiv dranbleiben, Beziehungen erinnern uns, dass wir nicht allein auf weiter Flur sind. Sinn gibt dem Ganzen eine Richtung, und Errungenschaften geben uns die Zuversicht, auch künftige Hürden zu nehmen.

Am Ende des Tages geht es nicht darum, wie viel Geld wir haben, sondern wie wir damit umgehen. Jede*r kann – unabhängig vom Kontostand – an seinem Money Mindset arbeiten und kleine Schritte Richtung finanzielle Lebensfreude machen. Vielleicht bedeutet das für dich, morgen eine dankbare Notiz über etwas Finanzielles zu schreiben, das heute gut lief. Oder ein offenes Gespräch mit dem Partner zu suchen, das längst überfällig war. Oder endlich dieses Sparziel anzugehen, aber mit einem Spaß-Element dabei.

„Aufblühen statt nur funktionieren“ – dieses Motto der Positiven Psychologie gilt auch fürs Geld. Mach PERMA ruhig zum Dauerzustand. Dein Kontostand wird es überleben – und dein Wohlbefinden wird es dir danken.

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